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Washington :: Hauptstadt

.-^-.

  Die Krönung

Ist die Krönung Spott? Washington gewinnt den Wettbewerb der schneebelastetsten Ostküstenstadt im Rahmen der letzten zwei Winterstürme. Leisten kann sie sich den Sieg nicht, und umgehen kann sie damit auch nicht. Seit Freitagnachmittag ist der Bund geschlossen und nahezu alles andere auch. Die Gouverneure der Region sprechen vom Autofahren in einem Atemzug mit Lebensgefahr für Fahrer und Umgebung. Der Haushalt für Eis und Schnee, Salz und Bagger ist ausgeschöpft. Eigentlich hätte man schon vor dem letzten Sturm das Räumen einstellen müssen. Doch es kommt noch ein weiterer Sturm, diesmal aus Alberta, und da sollen die Straßen sauber sein.   Quelle: Washington :: USA

:: Donnerstag, 20.26.02 Uhr, 11. Feb 2010 | Permalink
  Ein Dach nach dem anderen stürzt ein

Ein Dacheinsturz überracht im Raum Washington nicht mehr. Eine Kirche in Northeast, zwei Flugzeughanger im Flughafen Dulles, ein Kuhstall in Poolesville, Maryland und viele mehr teilen das Schicksal.

Die Zahl der umgefallenen Bäume, die Stromleitungen mit sich rissen, erinnert an schlimme Hurrikanerlebnisse. Die Klagen über vereisende Häuser und Wohnungen häufen sich.

Die Stadt wirkt malerisch in ihrem weißen Gewand. Die breiten Avenues und Boulevards sind autofrei. Jeder wird zum Fußgänger. Schneepflüge bügeln ihnen den Schnee. 50 bis 80 cm können sie gar nicht beiseite räumen.   Quelle: Washington :: USA

:: Samstag, 20.08.56 Uhr, 6. Feb 2010 | Permalink
  Angekratzt - jetzt Abtauchen

Alle schimpfen auf Washington. Erst Obama in der State of the Union-Ansprache im Kongress, dann der neue Governeur von Virginia in seiner Replik und schließlich jeder Journalist, der zum Kommentatoren erkoren wurde. Washington ist bös, denn hier machen Politiker und Lobbyisten gemeinsame Sache gegen das Volk.

Nun wird Washington abtauchen. Die Polar Plunge nähert sich eisig. Tiefe Temperaturen gegen heiße Luft.   Quelle: Washington :: USA

:: Donnerstag, 21.11.09 Uhr, 28. Jan 2010 | Permalink
  Am Martin Luther King Day

Heute spürt man den Martin Luther King Day in Washington mehr als früher. Der Feiertag wird in allen Schichten der Bevölkerung immer ernster genommen. Nicht nur Gerichte und Ministerien sind geschlossen, sondern auch die meisten Bürogebäude.

Der Verkehr ist leicht und bewegt sich in den verwirrenden Bahnen, die die Feiertagsbeschilderung vorschreibt. Einbahnstraßen sind plötzlich keine mehr, und mancher denkt nicht daran. Touristen fahren ohnehin nach eigenem Geschmack und achten mehr auf Denkmäler und Bauten.

Die China-Ausstellung der National Geographic Society ist schon früh bis morgen ausverkauft. Schlangen warten im herrlichen Sonnenschein, der die Leute zum ersten Mal seit Anfang Dezember dazu bringt, ihre Fenster weit zu öffnen.

Die besondere Stimmung hebt auch das Gefühl vieler, den Spendensammlungen für Haiti zum Erfolg verholfen zu haben, in kleinen Gemeinden ebenso wie bei Botschaften und Verbänden.   Quelle: Washington :: USA

:: Montag, 13.34.00 Uhr, 18. Jan 2010 | Permalink
  Zwei Millionen versorgen

Hoffnungslosigkeit, Streit, Durst, Hunger - massive Hilfe aus der ganzen Welt. Doch totale Unterversorgung.

So wird heute morgen in den Politikprogrammen Haiti diskutiert. Wie wäre es, wenn das Erdbeben Washington getroffen hätte? Würden hungrige Menschenmassen Hubschraubern Platz zum Landen geben oder sich beschweren, dass Essenspakete auf sie geworfen werden?

Wahrscheinlich wäre die Lage in DC gefährlicher. Die ethnischen Spannungen, die 1968 zu den Unruhen mit halbabgebrannter Stadt führten, könnten schnell wieder aufflammen. Dann ginge es nicht um schwarz und weiß, sondern auch die neuen Gruppen: Mittelamerika ist stark vertreten, das Horn von Afrika bildet eine eigene Macht und die Karibik tritt getrennt auf.

Waffen, die trotz des nahezu absoluten Waffenverbots gehortet werden, würden im Überlebenskampf eingesetzt. Ordnungskräfte können sie schon in normalen Zeiten nicht eindämmen. Ihre Aufgabe wäre im Notstand wohl nicht der Schutz der Bevölkerung, sondern des Pentagon, des Kongresses, der Ministerien und der sonstigen zahlreichen Bundesgebäude.

Ordnung gäbe es genauso wenig wie in Haiti. Zur Selbsthilfe sind die meisten Stadtmenschen kaum fähig. Wer eine lustige Flagge ans Haus hängen kann, beweist handwerkliches Geschick. Solche Leute schaffen es womöglich, mit Töpfen im Regen Wasser zu sammeln. Manche besitzen eine Schneeschaufel.

Ansonsten wären auch hier zwei Millionen dem Schicksal der Versorgung von außen ausgeliefert. Wahrscheinlich wäre die Lage noch unbeherrschbarer und aussichtsloser als in Haiti.   Quelle: Washington :: USA

:: Sonntag, 11.58.51 Uhr, 17. Jan 2010 | Permalink
  Mit Harfe zur Hilfe für Haiti

Pfarrer Schapfel von der deutschsprachigen katholischen Gemeinde in Washington hat zur Haiti-Kollekte etwas Besonderes arrangiert: Die Harfenspielerin Clare O'Reilly wird im Gottesdienst am Sonntag auftreten. Die Gemeinde erhält Gelegenheit zur Spende, auch gegen eine Steuerbescheinigung für den deutshen und amerikanischen Fiskus, für die Opfer in Haiti.   Quelle: Washington :: USA

:: Freitag, 21.23.29 Uhr, 15. Jan 2010 | Permalink
  Zensusarbeit ist wichtig

Stellen beim Zensus gehen wohl nicht weg wie warme Semmeln. Der Bund sucht Helfer, die sein Volk zählen. Er muss sich sogar mit ständiger Radiowerbung bemühen. Leuten nachzulaufen, die ihr Formular nicht eingereicht haben, kann gefährlich sein: Sie könnten einen Grund haben, unbekannt bleiben zu wollen.

Die Zensusarbeit ist jedoch wichtig. In den USA steht kein Einwohnermeldeamt und existiert keine Meldepflicht. Niemand weiß, wieviele Einwohner ein Ort, ein Kreis, ein Staat oder der Bund hat.

Wieviele Krankenhäuser, Kläranlagen und Schulen wären statistisch sinnvoll? Wie werden die Wahlbezirke gezogen? Alle zehn Jahre wird daher wie im alten Rom gezählt.

Auch Washington wüsste gern, wieviel Einwohner in der Hauptstadt wohnen. Die Zahl soll erheblich gestiegen sein. Die Volks­zählung wird ihr nicht bei der Volksvertretung im Kongress helfen, denn der vertritt nur Staaten. Dort wird der District of Columbia ignoriert.

Da wir heute das Volk betrachten, noch zwei Hinweise auf Volkswagen. Zum einen ist Virginia, wie aus amtlichen Sphären bekannt wird, stolz, dass der Konzern seine US-Zentrale in den Nachbarstaat Washingtons verlegte. Zum anderen soll der US-Umsatz steigen, wobei die Volks­zählung wohl auch Volkswagens Vertriebsstrategien nützlich werden kann.

Ach, und ein Drittes: WihDabblJuhs sind in Washington massenhaft vertreten, jedoch ist der Phaeton so rar wie ein Maybach.   Quelle: Washington :: USA

:: Donnerstag, 21.50.58 Uhr, 14. Jan 2010 | Permalink
  Geflügel in Berlin

Wer von Washington zum Strand fährt, kommt durch Berlin oder daran vorbei. Rundherum Geflügelhöfe. Sie werden erheblich reguliert, damit ihr Abwasser nicht die Cheasapeake Bay, die zahlreichen Flüsse oder den Atlantik verpestet.

Dass dort ein paar Hühner und Enten im ländlichen Hof noch etwas ausmachen, verwundert. Doch auch in die Delmarva-Halbinsel ist die Stadtmentalität eingezogen.

Ab jetzt darf man in Berlin nur noch sechs Hennen, keine Hähne oder Enten halten. Die sechs Hennen werden als Haustiere gerade noch toleriert. Wer sich in Europa über eine Regulierungswut erregt, kennt die USA wohl kaum. Hier wird sie auf die Spitze getrieben.   Quelle: Washington :: USA

:: Mittwoch, 16.21.20 Uhr, 13. Jan 2010 | Permalink
  Twitternotizen über Washington

Wie man sich Amerika erfahren muss, muss man sich Washington erwandern. Es gibt hier so viel zu lernen.

Washington hat vier Viertel und unzählige Mikroviertel. Der Wanderweg Riots & Renaissance ist gut ausgewiesen und einen Spaziergang wert.

Washington hat vier Flüsse: Potomac, Anacostia, Rock Creek und Tiber. Ich kenne niemanden, der den Tiber gesehen hat.

Washington hatte vier Häfen. Der kleinste, Little Hamburg, ist heute nahezu unauffindbar, doch ein Stückchen Mole besteht noch: Funktown.

Washington hat vier Flughäfen: College Park, BWI, Dulles, National. Und Oxon Hill, Gaithersburg, Andrews, Freeway, Goddard Space :-)
Twitter vom 10. Januar 2010.   Quelle: Washington :: USA

:: Sonntag, 23.06.11 Uhr, 10. Jan 2010 | Permalink
  Sportler als Vorbild

Der Basketballspieler Arenas erregt den Zorn der Stadt. Wie ein Gangster schleppt er Waffen mit sich herum und deponiert sie im Stadium.

Angeblich, weil er ein Kind zuhause schützen will. Später macht er sich über die Waffengesetze der Hauptstadt lustig, die aus gutem Grund scharf wie sonst nirgends waren, bis der Supreme Court eine Lockerung vorgeschrieben hat.

Jetzt wurde Arenas vom Dienst suspendiert. Sein Willkommen scheint er auch bei Sportbegeisterten in Washington überstrapaziert zu haben. Vor allem, seit sie wissen, dass die Waffen in der Umkleidekabine beim Streit mit einem Sportskollegen um Spielschulden eingesetzt wurden.   Quelle: Washington :: USA

:: Samstag, 22.59.40 Uhr, 9. Jan 2010 | Permalink
  Verkehrschaos ohne Whitehurst Freeway

Whitehurst Freeway
Bürgermeister Fenty, der gern auf Kosten der Steuerzahler Fahrrad fährt, hatte sich für die Schließung des Whitehurst Freeway ausgesprochen. Was ohne den Freeway zwischen Potomac und Georgetown geschieht, hat man heute erlebt.

Das Chaos reichte von Georgetown in den Stadtkern Washingtons, nach Virginia und Maryland hinein. Auch 10 Meilen entfernt war es in allen Richtungen zu spüren.

Der Grund war zwar nur ein kleines elektrisches Feuer in der Brücke unter der nahegelegenenen Pennsylvanie Avenue, doch wurden der Freeway und der Rock Creek Parkway gesperrt. Connecticut Avenue, Massachusetts Avenue, die Foxhall Road und die Reservoir Road bei der deutschen Botschaft war sofort betroffen.

Der Grund hätte auch ein Terroranschlag sein können. Die psychische Belastung würde dann zur Verkehrskatastrophe führen. Der Abbruch des Whitehurst Freeway sollte so undenkbar bleiben wie der des World Trade Centers.   Quelle: Washington :: USA

:: Donnerstag, 17.05.33 Uhr, 7. Jan 2010 | Permalink
  Eis ignoriert, Polizei greift ein

Unweit der deutschen Botschaft in Washington sinken die Temperaturen im Tal des Potomacs auf nahezu null Grad Fahrenheit. Das ist kalt, wirklich kalt, auch wenn die Sonne herrlich scheint.

Dort unten auf der Canal Road überschwemmt Wasser die Straße, wenn es nur leicht regnet. Heute ist sie an mehreren Stellen hinter Kurven so vereist, dass sie die Gefahrenstelle der Region ausmacht.

Laufend berichten die Radiosender von der Gefahr, und die Polizei will sich auf den Weg machen, um die Strecke zwischen der Reservoir Road und der nach Virginia führenden Chain Bridge zu sperren.   Quelle: Washington :: USA

:: Samstag, 10.41.22 Uhr, 2. Jan 2010 | Permalink
  Washington in 2010

Dem Bild Washingtons am Neujahrsmorgen lassen sich keine Prognosen für 2010 entnehmen. Der Verkehr ist ungewöhnlich leicht - dabei wird es kaum bleiben. Die Hauptstadt wird einen der Spitzenplätze auf der amerikanischen Skala der Verkehrsmiseren behalten.

Dass Neujahr trocken beginnt, besagt ebenso wenig wie das Versteckspiel der Sonne oder die Schneeberge, die weiterhin ungeräumt Straßen und Bürgersteige säumen.   Quelle: Washington :: USA

:: Freitag, 10.37.49 Uhr, 1. Jan 2010 | Permalink
  Kristall in Washington

Eis findet sich nahezu unerwartet, doch vielfach auf Washingtoner Straßen. Der Schneefall ist schon seit einer Woche vorüber, und grauweiße Haufen zieren die Straßenränder und Bürgersteige. Doch die Washingtoner Wintersomme lässt einen den Winter fast vergessen.

Wären da nicht immer wieder die Eisflecken, die weiterhin Fußgänger und Autos zu Fall und Unfall bringen. Und der scharfe Wind, der alle paar Tage frisch durch die Stadt zieht, erinnert an den Winter. Heute knatterten die Flaggen auf Hochtouren.

In den kommenden Tagen und bis Neujahr soll heftiger Niederschlag die Hauptstadt erreichen - wahrscheinlich in Kristallform. Deshalb haben die Stadtämter das Kehren des herbstlichen Laubfalls bereits eingestellt. Bei dem Wind bleibt es ohnehin fruchtlos.   Quelle: Washington :: USA

:: Dienstag, 19.10.22 Uhr, 29. Dez 2009 | Permalink
  Tot am Weihnachtsmorgen

Der Weihnachtsmorgen bringt die Fantasiefigur Santa Claus durch Kamine ins amerikanische Wohnzimmer. Wie jedes Jahr spekulieren die Medien über Alter, Zahl und soziale Herkunft der Kinder, die an Santa Claus glauben. Das Christkind bleibt unerwähnt. Hauptsache Geschenke, Lichter und imposanter Baum.

Der Freude stellen Feste Depressionen, Streit und Tot gegenüber. Klagen über das viele Essen oder das Gefühl des Ausgeliefertseins in entfremdeten Familienrunden häufen sich. Weihnachten ist in Amerika auch ein Tag des Meckerns, und die Volkskultur in Film und Fernsehen schürt das Unbehagen. Wer sich unwohl fühlen will, findet Bestätigung.

Kein Wunder, dass Scheidungen und Morde zum Jahresende ansteigen. Außenseiter ziehen in eine etablierte, doch nicht ganz ungefährliche Gegend Washingtons und bringen an Weihnachten Schaden für Leib und Leben ins Viertel, berichtet die Washington Post. In Virginia opfern zahlreiche Personen den Weihnachtsmorgen für die Suche nach einem entführten Mädchen und finden es tot auf.

Freude und Glückseligkeit lassen sich nicht erzwingen; Frohsinn aus dem Schornstein, Geschenke, Lichterbaum, Gelage, Parties und schöne Reden garantieren nichts. Die Extremfolgen von Washingtons Weihnachten belegen eher, dass die Feiertage eine Gelegenheit bieten, den Umgang miteinander zu üben. Ausnahmsweise dauert Weihnachten in den USA in diesem Jahr länger als 24 Stunden.

Vier Tage des gemeinsamen Umgangs. Vier Tage Risiko für manche. Vier Tage Hoffnung für viele. Was in den ersten Tagen zerbricht, lässt sich in den nächsten hoffentlich kitten.   Quelle: Washington :: USA

:: Samstag, 15.04.09 Uhr, 26. Dez 2009 | Permalink

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