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Washington :: Hauptstadt

.-^-.

  52 Grad vor Ostern

Mit 52 Grad beginnt der Tag, an dem Apple das iPad in die Läden stellt. Kalt, sagt der Nachbar. Kalt wohl, weil die letzten Tage so angenehm waren. Später soll es bis 85 Grad warm werden.

Überhitzt werden die Tagesthemen erörtert, von Afghanistan über Rom bis zum südöstlichen Stadtbezirk in Washington, wo der Frieden einer Enklave mit einem Vierfachmord zerschossen wurde.

Österliche Einsichten und Glauben werden die Zwietracht nicht entschärfen. Die deutschsprachigen kirchlichen Gemeinden in Washington stellen sich jedoch der Herausforderung mit ihren Ostergottesdiensten und dem Dienst an Vernachlässigten vor Ort und in der Ferne.   Quelle: Washington :: Hauptstadt USA

:: Samstag, 08.50.14 Uhr, 3. Apr 2010 | Permalink
  Kinder mit Schießeisen

Warm wird der Frühling. Die Zeit der Raube bricht an, warnt der Polizist vom Fahrrad. Achtet auf die 12- bis 15-Jährigen, sagt er. Sie haben nichts zu verlieren. Sie verstecken ihre Pistolen und zücken sie schnell und ohne Verständnis der Folgen. Meldet streunende Gruppen dem Notruf 911. Dafür fahren wir durch die Nachbarschaften. Oft erwischen wir sie mit Geraubtem, ergänzt er, und der Hinweis der Anwohner gibt den Ausschlag bei der Eindämmung der Kriminalität.

Vier Jugendliche wurden vorgestern im Vorbeifahren erschossen, viele sind verwundet. Washington ist weniger gefährlich als noch vor wenigen Jahren. Aber man muss mit allem rechnen.   Quelle: Washington :: Hauptstadt USA

:: Donnerstag, 16.40.47 Uhr, 1. Apr 2010 | Permalink
  Wunder auf der Autobahn

Dreizehn Pistolenschüsse kamen aus dem Jaguar, doch niemand wurde auf der I-95-Autobahn in Virginia verletzt.

Sein Fahrer regte sich über einen Laster auf, der aus der Auffahrt auf die Autobahn kam und den Jaguar zweimal rammte. Beide Fahrer wurden wegen Mordversuchs festgenommen. Die Staatsanwaltschaft verfolgt den Jaguarfahrer auch wegen eines Raketenangriffs.

Das Missile-Verbot in Virginia erfasst auch das Schleudern von Kaffeebechern, wie eine zu zwei Jahren Haft verurteilte Mutter vor einigen Jahr spürte.   Quelle: Washington :: Hauptstadt USA

:: Donnerstag, 10.27.41 Uhr, 25. Maerz 2010 | Permalink
  Historisch, dramatisch, ohne Weltuntergang

Die allgemeine Krankenversicherungspflicht liegt als dicker Band im Kongress. Gestern nacht entschied sich das Repräsentantenhaus dafür und ignorierte die Unkenrufe. Todesausschüsse hatte Sarah Palin aus Alaska angekündigt. Andere Republikaner sahen Strafen Gottes und fast den Weltuntergang in der Zukunft der Nation. Die Nation würde zerbrechen. Obama schwöre eine Diktatur herbei.

Heute morgen sah die Welt noch heil aus. Schwarze Wolken über der Hauptstadt brachten ein Gewitter, keinen Weltuntergang. Death Panels wurden nicht eingerichtet.

Doch die donnernden Drohungen hören nicht auf. Abgeordnete und Gouverneure schwören, die Krankenversicherungspflicht als verfassungswidrig an den Pranger zu schlagen. Demokratische Einsicht und Eintracht sind nicht zu verspüren.   Quelle: Washington :: Hauptstadt USA

:: Montag, 19.44.00 Uhr, 22. Maerz 2010 | Permalink
  Abschied der Gesetzgeber

Soeben verabschiedeten die Abgeordneten in Virginia den Haushalt, und dann verabschieden sie sich selbst bis zum Januar 2011. Die kurze Legislaturperdiode ist typisch für die Einzelstaaten der USA.

Manche Staaten benutzen das Einkammersystem. Andere, wie beispielsweise Virginia und Maryland, haben einen Senat und ein Abgeordnetenhaus. Ihre Amtsperioden werden jeweils einzelstaatlich festgelegt. Was in Virginia gilt, bedeutet nichts in Maryland.

Die Hauptstadt Washington im District of Columbia hat nur eine Kammer, das City Council. Sie ist kein Staat, obwohl sie mehr Einwohner als der Staat Wyoming hat, und besitzt deshalb auch kein Wahlrecht für den Kongress des US-Bundes, der jedoch ihre Gesetze blockieren darf. Das City Council tagt durchgehend.   Quelle: Washington :: Hauptstadt USA

:: Sonntag, 17.21.11 Uhr, 14. Maerz 2010 | Permalink
  Sorgen wegen Zensus

In dieser Woche treffen in allen Haushalten Washingtons die Zensusformulare ein. Eine Volks­zählung macht manche genauso besorgt wie die Frage beim Führerscheinerwerb nach dem Arbeitgeber. Was geht das den Staat an?

Die alle zehn Jahre stattfindende Umfrage will viel mehr wissen. Die Daten dürfen allerdings nicht mit anderen Behörden ausgetauscht werden, auch nicht nach dem Terrorabwehrgesetz Patriot Act.

Dennoch machen sich viele Empfänger der Formulare besondere Sorgen, beispielsweise Amerikaner arabischer Herkunft oder islamischer Orientierung, berichtet die Washington Post.   Quelle: Washington :: Hauptstadt USA

:: Dienstag, 19.39.39 Uhr, 9. Maerz 2010 | Permalink
  Die Krönung

Ist die Krönung Spott? Washington gewinnt den Wettbewerb der schneebelastetsten Ostküstenstadt im Rahmen der letzten zwei Winterstürme. Leisten kann sie sich den Sieg nicht, und umgehen kann sie damit auch nicht. Seit Freitagnachmittag ist der Bund geschlossen und nahezu alles andere auch. Die Gouverneure der Region sprechen vom Autofahren in einem Atemzug mit Lebensgefahr für Fahrer und Umgebung. Der Haushalt für Eis und Schnee, Salz und Bagger ist ausgeschöpft. Eigentlich hätte man schon vor dem letzten Sturm das Räumen einstellen müssen. Doch es kommt noch ein weiterer Sturm, diesmal aus Alberta, und da sollen die Straßen sauber sein.   Quelle: Washington :: Hauptstadt USA

:: Donnerstag, 20.26.02 Uhr, 11. Feb 2010 | Permalink
  Ein Dach nach dem anderen stürzt ein

Ein Dacheinsturz überracht im Raum Washington nicht mehr. Eine Kirche in Northeast, zwei Flugzeughanger im Flughafen Dulles, ein Kuhstall in Poolesville, Maryland und viele mehr teilen das Schicksal.

Die Zahl der umgefallenen Bäume, die Stromleitungen mit sich rissen, erinnert an schlimme Hurrikanerlebnisse. Die Klagen über vereisende Häuser und Wohnungen häufen sich.

Die Stadt wirkt malerisch in ihrem weißen Gewand. Die breiten Avenues und Boulevards sind autofrei. Jeder wird zum Fußgänger. Schneepflüge bügeln ihnen den Schnee. 50 bis 80 cm können sie gar nicht beiseite räumen.   Quelle: Washington :: Hauptstadt USA

:: Samstag, 20.08.56 Uhr, 6. Feb 2010 | Permalink
  Angekratzt - jetzt Abtauchen

Alle schimpfen auf Washington. Erst Obama in der State of the Union-Ansprache im Kongress, dann der neue Governeur von Virginia in seiner Replik und schließlich jeder Journalist, der zum Kommentatoren erkoren wurde. Washington ist bös, denn hier machen Politiker und Lobbyisten gemeinsame Sache gegen das Volk.

Nun wird Washington abtauchen. Die Polar Plunge nähert sich eisig. Tiefe Temperaturen gegen heiße Luft.   Quelle: Washington :: Hauptstadt USA

:: Donnerstag, 21.11.09 Uhr, 28. Jan 2010 | Permalink
  Am Martin Luther King Day

Heute spürt man den Martin Luther King Day in Washington mehr als früher. Der Feiertag wird in allen Schichten der Bevölkerung immer ernster genommen. Nicht nur Gerichte und Ministerien sind geschlossen, sondern auch die meisten Bürogebäude.

Der Verkehr ist leicht und bewegt sich in den verwirrenden Bahnen, die die Feiertagsbeschilderung vorschreibt. Einbahnstraßen sind plötzlich keine mehr, und mancher denkt nicht daran. Touristen fahren ohnehin nach eigenem Geschmack und achten mehr auf Denkmäler und Bauten.

Die China-Ausstellung der National Geographic Society ist schon früh bis morgen ausverkauft. Schlangen warten im herrlichen Sonnenschein, der die Leute zum ersten Mal seit Anfang Dezember dazu bringt, ihre Fenster weit zu öffnen.

Die besondere Stimmung hebt auch das Gefühl vieler, den Spendensammlungen für Haiti zum Erfolg verholfen zu haben, in kleinen Gemeinden ebenso wie bei Botschaften und Verbänden.   Quelle: Washington :: Hauptstadt USA

:: Montag, 13.34.00 Uhr, 18. Jan 2010 | Permalink
  Zwei Millionen versorgen

Hoffnungslosigkeit, Streit, Durst, Hunger - massive Hilfe aus der ganzen Welt. Doch totale Unterversorgung.

So wird heute morgen in den Politikprogrammen Haiti diskutiert. Wie wäre es, wenn das Erdbeben Washington getroffen hätte? Würden hungrige Menschenmassen Hubschraubern Platz zum Landen geben oder sich beschweren, dass Essenspakete auf sie geworfen werden?

Wahrscheinlich wäre die Lage in DC gefährlicher. Die ethnischen Spannungen, die 1968 zu den Unruhen mit halbabgebrannter Stadt führten, könnten schnell wieder aufflammen. Dann ginge es nicht um schwarz und weiß, sondern auch die neuen Gruppen: Mittelamerika ist stark vertreten, das Horn von Afrika bildet eine eigene Macht und die Karibik tritt getrennt auf.

Waffen, die trotz des nahezu absoluten Waffenverbots gehortet werden, würden im Überlebenskampf eingesetzt. Ordnungskräfte können sie schon in normalen Zeiten nicht eindämmen. Ihre Aufgabe wäre im Notstand wohl nicht der Schutz der Bevölkerung, sondern des Pentagon, des Kongresses, der Ministerien und der sonstigen zahlreichen Bundesgebäude.

Ordnung gäbe es genauso wenig wie in Haiti. Zur Selbsthilfe sind die meisten Stadtmenschen kaum fähig. Wer eine lustige Flagge ans Haus hängen kann, beweist handwerkliches Geschick. Solche Leute schaffen es womöglich, mit Töpfen im Regen Wasser zu sammeln. Manche besitzen eine Schneeschaufel.

Ansonsten wären auch hier zwei Millionen dem Schicksal der Versorgung von außen ausgeliefert. Wahrscheinlich wäre die Lage noch unbeherrschbarer und aussichtsloser als in Haiti.   Quelle: Washington :: Hauptstadt USA

:: Sonntag, 11.58.51 Uhr, 17. Jan 2010 | Permalink
  Mit Harfe zur Hilfe für Haiti

Pfarrer Schapfel von der deutschsprachigen katholischen Gemeinde in Washington hat zur Haiti-Kollekte etwas Besonderes arrangiert: Die Harfenspielerin Clare O'Reilly wird im Gottesdienst am Sonntag auftreten. Die Gemeinde erhält Gelegenheit zur Spende, auch gegen eine Steuerbescheinigung für den deutshen und amerikanischen Fiskus, für die Opfer in Haiti.   Quelle: Washington :: Hauptstadt USA

:: Freitag, 21.23.29 Uhr, 15. Jan 2010 | Permalink
  Zensusarbeit ist wichtig

Stellen beim Zensus gehen wohl nicht weg wie warme Semmeln. Der Bund sucht Helfer, die sein Volk zählen. Er muss sich sogar mit ständiger Radiowerbung bemühen. Leuten nachzulaufen, die ihr Formular nicht eingereicht haben, kann gefährlich sein: Sie könnten einen Grund haben, unbekannt bleiben zu wollen.

Die Zensusarbeit ist jedoch wichtig. In den USA steht kein Einwohnermeldeamt und existiert keine Meldepflicht. Niemand weiß, wieviele Einwohner ein Ort, ein Kreis, ein Staat oder der Bund hat.

Wieviele Krankenhäuser, Kläranlagen und Schulen wären statistisch sinnvoll? Wie werden die Wahlbezirke gezogen? Alle zehn Jahre wird daher wie im alten Rom gezählt.

Auch Washington wüsste gern, wieviel Einwohner in der Hauptstadt wohnen. Die Zahl soll erheblich gestiegen sein. Die Volks­zählung wird ihr nicht bei der Volksvertretung im Kongress helfen, denn der vertritt nur Staaten. Dort wird der District of Columbia ignoriert.

Da wir heute das Volk betrachten, noch zwei Hinweise auf Volkswagen. Zum einen ist Virginia, wie aus amtlichen Sphären bekannt wird, stolz, dass der Konzern seine US-Zentrale in den Nachbarstaat Washingtons verlegte. Zum anderen soll der US-Umsatz steigen, wobei die Volks­zählung wohl auch Volkswagens Vertriebsstrategien nützlich werden kann.

Ach, und ein Drittes: WihDabblJuhs sind in Washington massenhaft vertreten, jedoch ist der Phaeton so rar wie ein Maybach.   Quelle: Washington :: Hauptstadt USA

:: Donnerstag, 21.50.58 Uhr, 14. Jan 2010 | Permalink
  Geflügel in Berlin

Wer von Washington zum Strand fährt, kommt durch Berlin oder daran vorbei. Rundherum Geflügelhöfe. Sie werden erheblich reguliert, damit ihr Abwasser nicht die Cheasapeake Bay, die zahlreichen Flüsse oder den Atlantik verpestet.

Dass dort ein paar Hühner und Enten im ländlichen Hof noch etwas ausmachen, verwundert. Doch auch in die Delmarva-Halbinsel ist die Stadtmentalität eingezogen.

Ab jetzt darf man in Berlin nur noch sechs Hennen, keine Hähne oder Enten halten. Die sechs Hennen werden als Haustiere gerade noch toleriert. Wer sich in Europa über eine Regulierungswut erregt, kennt die USA wohl kaum. Hier wird sie auf die Spitze getrieben.   Quelle: Washington :: Hauptstadt USA

:: Mittwoch, 16.21.20 Uhr, 13. Jan 2010 | Permalink
  Twitternotizen über Washington

Wie man sich Amerika erfahren muss, muss man sich Washington erwandern. Es gibt hier so viel zu lernen.

Washington hat vier Viertel und unzählige Mikroviertel. Der Wanderweg Riots & Renaissance ist gut ausgewiesen und einen Spaziergang wert.

Washington hat vier Flüsse: Potomac, Anacostia, Rock Creek und Tiber. Ich kenne niemanden, der den Tiber gesehen hat.

Washington hatte vier Häfen. Der kleinste, Little Hamburg, ist heute nahezu unauffindbar, doch ein Stückchen Mole besteht noch: Funktown.

Washington hat vier Flughäfen: College Park, BWI, Dulles, National. Und Oxon Hill, Gaithersburg, Andrews, Freeway, Goddard Space :-)
Twitter vom 10. Januar 2010.   Quelle: Washington :: Hauptstadt USA

:: Sonntag, 23.06.11 Uhr, 10. Jan 2010 | Permalink

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